23. Juni 2023

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Krefelder Stadtgarten um 1902 Foto: Stadtarchiv Krefeld

Teil 30: Vom Friedhof zur Parkanlage:  Der Stadtgarten

Er ist eine grüne Oase mitten in der Innenstadt: der zwischen St. Anton-Straße, Steinstraße und Nordwall gelegene Stadtgarten. Mit seinem schönen Baumbestand und dem zentral gelegenen Musikpavillon lädt er zu Spaziergängen ein. Dabei wird man an einigen Stellen alte Grabmäler entdecken, die auf die ursprüngliche Funktion des Parks als Friedhof verweisen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die bis dahin innerstädtisch gelegenen Friedhöfe aus seuchenhygienischen Gründen aufgegeben. Der Stadtgarten wurde deshalb als neuer Begräbnisort vor der Stadt gegründet. Doch bald nach seiner Einweihung stellte sich heraus, dass er für die rasch wachsende Bevölkerung zu klein dimensioniert war. Eine Vergrößerung kam aber nicht in Frage, da die Bebauung inzwischen schon nahe gerückt war und die vorgeschriebene Schutzzone von 100 Metern nicht eingehalten werden konnte. Außerdem war durch häufig herrschenden Westwind auf Dauer mit einer Geruchsbelästigung in der Stadt zu rechnen. Ab 1867 fanden dann hier keine Beerdigungen mehr statt.

Erst ab 1879 begann die Umgestaltung zu einer öffentlichen Parkanlage. Dabei wurden der vorhandene Baumbestand und einige Grab- und Denkmäler mit einbezogen. Neue Gehölzgruppen wurden gepflanzt, später kamen ein Springbrunnen, ein Wasserfall, ein Kurhaus und ein Musikpavillon dazu. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden zur St. Anton-Straße hin ein großes Rosenbeet und eine Felspartie angelegt. Schenkungen von Bürgern hatten dies möglich gemacht. Wenig später gestaltete man auch den nördlichen Bereich mit einem neuen Zaun um. 1953 wurde hier das Carl-Wilhelm-Denkmal aufgestellt, das ursprünglich am Ostwall seinen Platz hatte. Auch Krefelds ältestes innerstädtisches Denkmal ist bis heute im Stadtgarten zu finden. Seine Geschichte führt wieder in die Entstehungszeit des Parks zurück. Bei dem ungefähr fünf Meter hohen, im neogotischen Stil gestalteten Monument aus Sandstein handelt es sich um ein Veteranendenkmal. Es wurde zu Ehren der Teilnehmer an den napoleonischen Feldzügen im Jahr 1853 hier aufgestellt und enthält 123 Namen. Entworfen hat es der Kölner Dombaumeister Friedrich von Schmidt, der in Krefeld weitere Spuren hinterlassen hat. So gehen die beiden Kirchen St. Stephan und St. Gertrudis in Bockum auf seine Pläne zurück. Einige Jahre später ging der aus dem Rheinland stammende Baumeister nach Wien und entwarf dort u.a. das prächtige Rathaus auf der berühmten Ringstraße.

Mit der Unterzeichnung einer Urkunde durch Kaiser Karl IV. am 1. Oktober 1373 in Prag wird aus dem Dorf die Stadt Krefeld. 650 Jahre ist das nun her. Anlässlich des Jubiläums blickt das Stadtarchiv in chronologischer Folge mit Geschichten und Anekdoten in die Vergangenheit. Der Blick in die Historie richtet sich nicht alleine auf den kleinen Flecken, den mittelalterlichen Siedlungskern, sondern auf das Gebiet des heutigen Krefelds.

Veröffentlicht am: 23. Juni 2023Tags: , , , , , , , 467 Wörter2,3 Minuten LesezeitAnsichten Gesamt: 4772 Tägliche Aufrufe: 5